Räumungssimulation zur Planungsunterstützung - Schulbau

Mit Räumungssimulationen die Schule von Morgen sichern

Bei der Planung und dem Betrieb von Schulen steht man vor mehreren Herausforderungen, gerade hinsichtlich des Brandschutzes: neue Lern- und Raumkonzepte verändern die Schulbauten und machen die Raumnutzung und Fluchtwege komplexer; zudem ändern sich die Klassengrößen beständig. Diese Flexibilität steht im Gegensatz zu den präskriptiven Vorschriften aus Brandschutz und Arbeitsschutz. Um die Sicherheit für die Schüler:innen zu gewährleisten bei gleichzeitig flexibler und moderner Pädagogik, müssen moderne Nachweisverfahren zum Einsatz kommen.

 

Hintergrund

Die Stadt Fürth kümmert sich um die Belange ihrer Bürger: gerade im Schulbau werden deshalb zukunftssichere Neubauten geplant, die flexibel genutzt werden können. Gerade die schwankenden Personenzahlen stellen für den Brandschutz eine Herausforderung dar: wie breit sollen die Fluchtwege geplant werden, so dass im Ernstfall jede Person rechtzeitig das Gebäude verlassen kann? Hier hat sich die Stadt Fürth entschieden, schon in der Planungsphase Räumungssimulationen einzusetzen, um den Neubau zukunftssicher auszulegen.

 

„Die Planung eines Schulbaus ist komplex, weil er so flexibel genutzt wird. Deshalb haben wir uns für eine Simulation entschieden. Die Ergebnisse haben uns gezeigt, wo wir baulich oder organisatorisch Anpassungen machen können, damit der Betrieb später reibungslos läuft.“ (Gebäudewirtschaft Stadt Fürth)

 

Ziel der Simulation

Unterschiedliche Belegungsoptionen des Gebäudes sollten analysiert werden, um eine ungünstige Belegung zu erarbeiten und diese im Anschluss zu simulieren.
Nachzuweisendes Schutzziel war die Gesamträumungszeit sowie das Vermeiden von signifikanten Staus, vor allem im Treppenbereich.

 

Abb. 1: Visualisierung des Neubaus Helene-Lange-Gymnasium des Büros FELIX+JONAS ARCHITEKTEN GmbH (Bildquelle: FELIX+JONAS ARCHITEKTEN)

 

Unsere Vorgehensweise

  • Abgleich und Einordnung des Worst-Case-Szenarios mit dem angestrebten Sicherheitsniveau.
  • Ermitteln der Gesamträumungszeit zur Unterstützung der weiteren Planung und des Betriebs.
  • Untersuchung auf Engstellen und Stauanalyse, um mögliche neuralgische Punkte aufzudecken und Maßnahmen erarbeiten zu können.

 

Ergebnisse

Mithilfe der Simulationen konnte das Brandschutzkonzept um einen leistungsbezogenen Nachweis ergänzt werden. Es wurde gezeigt, dass es möglich ist, auch besonders hohe Klassendichten oder Schülerzahlen in einzelnen Bereichen zuzulassen, da die geplanten Fluchtwege und Treppenbreiten ausreichend dimensioniert sind. Damit kann die Schule langfristig und flexibel genutzt werden.

 

Abb. 2: Simulation des Worst Case Szenarios, also eines schlechtmöglichsten Falls, bei dem die Fluchtwege am höchsten ausgelastet sind. Es ist jeweils der Räumungsverlauf im 3. OG des Neubaus von Beginn der Räumung bis zur dritten Minute abgebildet. Es lässt sich erkennen, dass sich durch ein gut getaktetes Alarmierungskonzept beim Worst Case der Stau auf der oberen Treppe im Rahmen der definierten Schutzziele auflöst.

 

Image sources:

"Helene-Lange-Gymnasium Fürth März 2011 15" by Aarp65; Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Steckbrief

Kunde: Stadt Fürth
Aufgabe: Räumungssimulation
Ergebnis: 

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