Fluchtweg-Mindestbreiten

Je nach Situation kommen unterschiedliche Richtlinien zur Anwendung. Die folgende Tabelle fasst die Anforderungen nach deutschem Arbeits­schutzrecht (ASR A2.3) und Muster-Versammlungs­stätten­verordnung (§7 MVStättVO) zusammen:

Personenzahl ASR A2.3 MVStättVO indoor MVStättVO outdoor/Stadien
bis 5 0,875 m
bis 20 1,00 m
bis 200 1,20 m 1,20 m
bis 300 1,80 m 1,80 m
je 100 Personen Zusätzlich 0,60 m Interpolation möglich
bis 600 Personen 3,60 m 3,60 m 1,20 m

Genügend Fluchtwege bereit zu stellen ist eine der wichtigsten Säulen der Veranstaltungssicherheit, und eine große Verantwortung.
Allerdings ist dies nicht immer einfach möglich, zum Beispiel bei - manchmal denkmalgeschützten - Sonderbauten, temporären Umnutzungen oder im Bestandsbau.

Außerdem ist Fluchtweg nicht gleich Fluchtweg.
Richtlinien geben klar messbare Daten wie Mindestbreiten und Höchstlängen vor, um sicherzustellen, dass wichtige Schutzziele wie Fristen für die Selbstrettung erreicht werden können.
Dabei spielen nicht nur bauliche, sondern auch organisatorische Maßnahmen eine wichtige Rolle.
Die Wirksamkeit sämtlicher Maßnahmen vorab zu testen ist normalerweise schwierig möglich.

Genau hier setzen wir mit unserer Simulationssoftware crowd:it an: Bereits in der Planungsphase, lange vor dem ersten Spatenstich, können wir die Dauer einer Räumung bestimmen. Und: Unterschiedliche Varianten können gegeneinander getestet werden. Sozusagen ein Stress-Test für Ihre Veranstaltungssicherheit.

Was können Sie tun, wenn Sie die für Ihre Nutzung nötige Fluchtwegsbreite unterschreiten?

  • Sie können einen Nachweis erbringen, indem sie mit accu:rate simulieren. All unsere Personenstromsimulationen sind bereits heute konform nach DIN 18009-2 (tritt 2020 in Kraft).
  • Sie können andere am Projekt Beteiligte oder die Prüfbehörde nicht davon überzeugen, eine Simulation in Auftrag zu geben? Kein Problem, auch hier unterstützen wir Sie gerne.
  • Falls die Schutzziele trotzdem nicht eingehalten werden, können Sie unterschiedliche Umplanungen simulieren. Hier finden Sie weitere Informationen.

So konnten wir unseren Kunden bereits helfen

Bei Veranstaltungen wie dem Biberacher Schützenfest verteilen sich die Besucher im gesamten Stadtkern. Dies macht eine Räumung besonders schwierig. Hier haben wir die Fluchtwegsplanung vorab optimiert, um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten.

Bei einem Museum mit strengen Vorgaben vom Denkmalschutz konnten wir mit den Ergebnissen aus der Simulation organisatorische Maßnahmen ableiten, die in fast allen Bereichen der Treppenräume Umbaumaßnahmen verhindern konnten. Der historische Kern blieb erhalten und die Besucherzahlen mussten nicht gedrosselt werden. Dadurch konnten wir einen Umsatzverlust von ca. 500.000€ im Jahr vermeiden bei Simulationskosten von ca. 4%.

Beim Rosenheimer Eishockeystadion konnten wir nachweisen, dass der Wegfalls zweier Fluchtwegewege wegen Umbaus keine Auswirkung auf die Einhaltung der Schutzziele hat. Denn bei Umbaumaßnahmen kann es schnell zu einer Verringerung der zulässigen Besucherzahlen kommen, was geringere Einnahmen pro Spiel von mehreren tausend Euro zur Folge hätte.

Eine Auswahl weiterer Beispiele:

accu:rate beteiligt sich an der Standardisierung im vfdb Referat 4, bei der RiMEA Richtlinie für Mikroskopische Entfluchtungsanalysen im Vorstand oder bei der Standardisierung von Simulationen in BIM.

Wir freuen uns über Ihre - selbverständlich unverbindliche - Angebotsanfrage!

Bildquelle: "Fluchtwege Johannisnacht" by Martin Kraft; (CC BY-SA 3.0), Edited